Der letzte Eindruck ist entscheidend
Wie es so schön heißt, ist der letzte Eindruck von einem Menschen bleibend und prägt entscheidend unser Bild von ihm. Wir alle kennen das: Ein schönes Treffen kann durch eine merkwürdige Verabschiedung überschattet sein, die Abreise beim Urlaub entscheidend oft über unser Bild von den letzten 14 Tagen. Was absurd klingt, wurde nun in einer Studie an der Universität in Stanford nachgewiesen. Der letzte Eindruck beeinflusst, teilweise absurd irrational, wie wir etwas Erlebtes beurteilen.
Der Rezenz-Effekt
Rezenz-Effekt wird dieses psychologische Phänomen genannt, dass der letzte Eindruck oftmals entscheidend für die Beurteilung eines ganzen Erlebnisses ist. So kann man als letzter Bewerber bei einem Vorstellungsgespräch schonmal bessere Karten als die übrigen Vorstellenden haben.
Auch bei Vorträgen rät man stets dazu die stärksten Argumente am Schluss zu präsentieren. Diese würden sich besonders deutlich in das Gedächtnis der Zuhörer einprägen.
Der Rezenz-Effekt beim Essen
Die Studie um Emily Garbinsky erforschte den Rezenz-Effekt auch in Hinblick auf kulinarische Erlebnisse. Somit servierten die Forscher den Probanden eine große Menge Kekse. Je größer die Menge des servierten Gebäcks ausfiel, desto weniger Lust hatten die Probanden die Kekse erneut zu verzehren. Man könnte in diesem Stadium der Studie noch annehmen, dass die Probanden sich schlichtweg „überfressen“ hatten.
Dies konnte allerdings dadurch entkräftet werden, dass die Probanden zu ihren Keksen noch ein Glas Traubensaft serviert bekamen. Die eine Hälfte durfte den Saft vor dem Verzehr der Kekse trinken und die andere trank sowohl vor dem Verzehr als auch einen kleinen Schluck nach dem Keksverzehr, sodass der Geschmack des Saftes erneut aufgefrischt wurde. Das Ergebnis ist erstaunlich: Trotz gleicher Menge Traubensaft beurteilten die Probanden, die nach dem Verzehr der Kekse den Saft erneut trinken durften dessen Geschmack besser als die übrigen Teilnehmer.
Abstruse Beurteilungen
Dies kann aber auch zu merkwürdigen Beurteilungen kommen. So zum Beispiel im Fall von Lebenslaufbeurteilungen. In einer weiteren Studie wurde nämlich untersucht, dass Lebensläufe, die von vielen aufeinander folgenden sehr guten Jahren mit anschließendem Todesfall besser beurteilt werden als ein längeres Leben mit ebenso vielen erfolgreichen und am Ende lediglichen guten und nicht sehr guten Jahren. Entscheidend ist offenbar in vielerlei Hinsicht der letzte Eindruck, so zum Beispiel das letzte Jahr und nicht die Lebensdauer.
Noch bezeichnender ermittelte eine Studie vom Psychologen Daniel Kahnemann, dass Probanden eine längere Schmerzdauer attraktiver finden, wenn die letzten 30 Sekunden weniger Schmerzintensiv sind. So beurteilten sie 60 Sekunden Schmerz als qualvoller als 90 Sekunden Schmerz, der sich aus der gleichen Intensität wie beim Versuch zuvor mit anschließenden 30 Sekunden weniger Schmerzintensiver Aussetzung zusammen setzte. Der letzte Eindruck kann also durchaus auch mal täuschen.
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