Samenspende-Kinder – problematische Entfaltung der Persönlichkeit?
Mehr als 100.000 Menschen in Deutschland sind das Ergebnis einer anonymen Samenspende. Es wird in einigen Studien davon ausgegangen, dass jedoch nur 5-10% der Männer und Frauen davon etwas wissen. Mit verschiedenen Fragen sollten sich die werdenden Eltern schon im Vorhinein beschäftigen. Sage ich es meinem Kind? Wenn ja, wie sage ich es?
Wie kann ich meinem Kind helfen? Und wie gehe ich selbst damit um? Vor allem für die erziehenden Väter sind einige dieser Fragen nicht leicht zu beantworten und bedürfen eventuell einer Beratung. Anders als in den USA, wo man sich seinen Spender aus einem breitgefächerten Katalog aussuchen kann, ist man in Deutschland an die Typanpassungen durch die Samenbanken gebunden.
Bis 2007 hatte Kinder von Samenspendern keine rechtliche Grundlage ihren genetischen Vater ausfindig zu machen.
Die Änderung des Gewebegesetzes brachte diesbezüglich eine Besserung. Die Samenbanken sind verpflichtet alle Informationen zu den Samenspendern, für einen Zeitraum von 30 Jahren, aufzubewahren.
Das Auffinden des Elternteils dient der Identitätsfindung der Jugendlichen und schafft ein Selbstverständnis für das eigene Dasein sowie eine Ausbildung des Selbstbewusstseins. Viele Kinder und Jugendliche, die erst spät herausgefunden haben, dass sie ein Produkt künstlicher Befruchtung sind, beklagten eine fehlende Nähe zu ihrem Vater. Wann sagt man es seinem Kind? Was sagt man und zu welchem Zeitpunkt?
Kinder, die nur durch Zufall (etwa weil die Blutgruppe nicht stimmte oder aufgrund einer hitzigen Diskussion) davon erfuhren, meinen, dass es eher problematisch ist mit dieser lebenslangen Lüge umzugehen, als den erziehenden Vater als Vater zu akzeptieren. Für alle Beteiligten scheint es am besten, es dem Kind so früh und so schonend wie möglich zu sagen. Diesbezüglich sollten Vorbereitungen getroffen werden. Außerdem sollte eine unterstützende Betreuung in Betracht gezogen werden. Amerikanische Untersuchungen zeigen jedoch, dass es den Kindern hilft ihre eigene Identität zu ergründen und sich selbst zu verstehen, wenn sie etwas über den genetischen Vater erfahren oder ihn eventuell kennenlernen.
Wenn man innerhalb der Familie gut miteinander kommuniziert und dem Kind die Möglichkeit der begleiteten Identitätssuche gibt, so erleichtert dies den Prozess der Persönlichkeitsentfaltung.
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