Weniger tierische Urlaubsopfer als erwartet
Nach neuen Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes werden in Deutschland jedes Jahr etwa 70.000 Haustiere ausgesetzt. Die meisten werden im Wald zurückgelassen oder auf Parkplätzen angebunden. Viele fliehen soagr vor ihren Besitzern, weil diese sie nicht versorgen. In dem moralisch bedenklichen Ruf, dass sich zu dieser Zeit besonders viele Menschen regelmäßig von ihren Katzen oder Hunden trennen, stehen die Sommerferien. Die Haustiere passen schlicht nicht in die Urlaubsplanung.
Die Schwerpunkte und Ursachen des Problems werden von den Tierschützern Südtonderns allerdings nicht als so einschlägig eingeschätzt. Laut der Vorsitzenden des Vereins, Svenja Mauer-Günther, muss heutzutage eigentlich „keiner mehr seine Tiere aussetzen“. Leider wird genau das dennoch immer wieder beobachtet: Laut den Aussagen der Vereinsvorsitzenden besteht bis zum Ferienanfang Ruhe – erst in den wenigen Tagen vor Beginn der großen Ferien steige die Zahl der eingelieferten Tiere mit einem Schlag.
Passanten geben Tiere ab
So seien in kürzester Zeit zwölf Katzen hinzugekommen. Meistens sind es Passanten, die diese herrenlosen Haustiere in Schafflund und Leck auflesen. Der Zusammenhang zwischen der Reisezeit und der Anzahl ausgesetzter Tiere lasse sich allerdings nicht beweisen, so die Tierschützerin.
Beim ehrenamtlichen Verein Tierschutz Niebüll und Umgebung sieht die Lage allerdings ganz anders aus: Nur selten werden hier Tiere gemeldet, die ausgesetzt wurden. In Südtondern gehöre das klassische Aussetzen der Haustiere am Straßenrand eher zu einer Legende, so Gesche Iben-Hebbel. Eine Ausnahme sei vor allem das Aussetzen in einer Box. Stattdessen beschäftige die Tierschützer vor Ort deutlich eher das Problem, dass eine große Anzahl Katzen nicht kastriert ist. Die Niebüller hatten in diesem Zuge bereits im Vorjahr zu einer umfangreichen Kastrationsaktion ausgerufen.
Nach der Tierschützerin Iben-Hebbel werden Hunde in Südtondern deshalb besonders selten ausgesetzt, weil in den vergangenen Jahren die Vernetzung durch das Internet dafür gesorgt hat, dass in sozialen Netzwerken, über eBay Kleinanzeigen oder in Foren Tiere vermittelt werden können. Für die Besitzer ein klarer Vorteil, kann das Aussetzen von Tieren doch mit einer Strafe bis zu 25.000 € geahndet werden.
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