Die Sanitäter-Ameisen
Auch im Tierreich geht es um Krieg und Frieden, um Fressen oder Gefressen werden. Auch Ameisen sind auf Raubzüge und Krieg spezialisiert, wenn es um das Überleben geht. Sie bauen dazu eine Armee auf, zu der auch Sanitäter-Ameisen gehören, die verletzte Kriegskameraden retten.
Sanitäter-Ameisen: Der Krieg der Ameisen
Die südliche Sahara ist das Zuhause der Ameise Megaponera analis. Auf dem Speiseplan der Tiere stehen hauptsächlich Termiten. Doch die Beute ist nicht einfach zu fassen. Die Termiten wehren sich standhaft, im Magen der Ameisen zu landen. Daher findet ein regelrechter Kriegszug statt. Die Ameisen schicken 200 bis 500 Kämpfer für den Angriff voraus. Sie zerschlagen die Verteidigungslinien der Termite, damit kleinere Kameraden Termiten töten und verschleppen können. Dabei kommt es auch zu Verletzungen. Forscher der Universität Würzburg haben nun festgestellt, dass in der Armee der Ameisen auch Sanitäter ihren festen Platz haben, die die verletzten Artgenossen in Sicherheiten bringen.
Verwundete Ameisen erholen sich und kämpfen weiter
Dazu konnten die Wissenschaftler Filmmaterial auswerten. Das zeigt den Angriff der Ameisen auf einen Termitenbau. Die Wissenschaftler beobachteten, dass verletzte Ameisen, die etwa Gliedmaßen verloren hatten, von den Sanitätern geborgen wurden, und sich im Bau erholen konnten. Die verwundeten Ameisen zeigten unkoordinierte Bewegungen, etwa nach dem Verlust eines Beines. Doch nach einer Erholungsphase waren die Ameisen schnell an die neuen anatomischen Gegebenheiten gewöhnt. Das ging so weit, dass sie auch wieder am Kampfgeschehen teilnehmen konnten, ohne wesentliche Beeinträchtigungen.
Eine einfache Kosten-Nutzen-Analyse
Für den Ameisenstaat hat das offenbar mit einer einfachen Kosten-Nutzen-Analyse zu tun. Bei den gefilmten Angriffen wurden im Durchschnitt drei verletzte Ameisen gerettet, die mitunter schon nach einer Stunde wieder in den Kampf zogen. Für den Ameisenstaat zahlt es sich aus, Sanitäter einzusetzen, um eine schlagkräftige, größere Armee ins Feld schicken zu können, auch wenn verletzte Ameisen darunter sind. Das Verhalten der Sanitäter-Ameisen wird dabei über die Ausschüttung von Pheromonen gesteuert. Die verletzten Ameisen schütten einen chemischen Hilferuf aus, der die Sanitäter anlockt und die Tiere veranlasst, die verletzten Artgenossen zu bergen und abzutransportieren.
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