WHO-Analyse: Sieben Millionen Tote durch Smog

WHO-Analyse: Sieben Millionen Tote durch Smog

Laut eines Berichts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben allein im Jahr 2012 etwa sieben Millionen Menschen an den Folgen der weltweiten Luftverschmutzung – das bedeutet, ein Achtel aller Todesursachen ist auf die stärker werdende Smogbildung zurückzuführen.

Diese Zahlen übertreffen die letzten Schätzungen um das Doppelte und machen umso deutlicher, dass die Verschmutzung der Luft eines der massivsten Gesundheitsrisiken darstellt. Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss: Ein umfassendes und vor allem resoluteres Eingreifen der Staatengemeinschaft kann Millionen von Menschenleben retten.

Die Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern

Am stärksten leidet nach wie vor die Bevölkerung in den Entwicklungs- und Schwellenländern: So hat die WHO beispielsweise in Indien die Rauchentwicklung durch die Nutzung von Festbrennstoffen an den heimischen Herden als eine der stärksten Luftbelastungen ausgemacht, gefolgt von Tabakqualm. In der im März dieses Jahres veröffentlichten Analyse wird daher auch zwischen Luftverschmutzung innerhalb von Gebäuden und in der Umwelt unterschieden; die erstgenannte Art forderte laut des Berichts im Jahr 2012 4,3 Millionen Tote. Eine hohe Zahl an Kindstoden durch die oben genannte Ursache für Luftverschmutzung im Haushalt wird vor allem im südostasiatischen Raum verzeichnet. Mit weiteren 3,7 Millionen Toten beziffert die WHO die Opfer der Luftverschmutzung durch Auto- und Industrieabgase. Als tatsächliche Todesursache werden hier Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs genannt.

Smog-Alarm in China

Wir bleiben im asiatischen Raum: In der zweiten Februarhälfte dieses Jahres mussten die chinesischen Behörden für alle Großstädte sowie in einzelnen Provinzregionen Smog-Alarm ausgeben. Diese Meldung hatte Auswirkungen auf knapp 400 Millionen Menschen in der Volksrepublik. Stimmen des Unmuts wurden laut, denn viele Chinesen warfen der Regierung vor, nicht ausreichend gegen die Gefahren der Luftverschmutzung vorzugehen. Und gefährlich sind die Werte, die an vielen Orten Chinas gemessen werden, ohne Zweifel: Laut Expertenaussagen übersteigt der sogenannte Luftindex dort nicht selten den von der WHO ausgegebenen Grenzwert um den Faktor 16. Mit am stärksten betroffen ist die Hauptstadt Peking, wo die Sicht zuweilen auf ein paar hundert Meter beschränkt ist und die Luft nach Rauch riecht.

In den westlichen Industrienationen ist die Luftverschmutzung zwar drastisch reduziert worden; völlig gebannt ist die Gefahr jedoch nicht: In Europa geht die Weltgesundheitsorganisation immer noch von 279 000 Toden pro Jahr aus, die auf Smog zurückzuführen sind. Da die Todeszahlen in den Schwellen- und Entwicklungsländern nach wie vor deutlich höher liegen, steht fest: Die Maßnahmen zur Smogreduktion, die in den letzten Jahrzehnten in den Industriestaaten ergriffen wurden, müssen so bald wie möglich auch dort angewandt werden. Dazu zählen nicht nur eine Effizienzsteigerung bei der Energieerzeugung, sondern auch ein verringerter Energiebedarf.

 

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