{"id":25767,"date":"2019-06-21T14:09:04","date_gmt":"2019-06-21T12:09:04","guid":{"rendered":"https:\/\/gesundheitsberatung.com\/psychologie\/?p=25767"},"modified":"2023-06-03T19:43:43","modified_gmt":"2023-06-03T17:43:43","slug":"neue-erklaerversuche-fuer-wochenbettdepressionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gesundheitsberatung.com\/psychologie\/news-storys\/neue-erklaerversuche-fuer-wochenbettdepressionen\/","title":{"rendered":"Neue Erkl\u00e4rversuche f\u00fcr Wochenbettdepressionen"},"content":{"rendered":"<p>M\u00e4dchen oder Junge? Offenbar beeinflusst das Geschlecht des Babys das Risiko einer <strong>Wochenbettdepression<\/strong> seitens der Mutter. Es ist ein Klischee, dass Eltern, die gerade ein Kind bekommen haben, vor lauter Gl\u00fcck im siebten Himmel schweben. Tats\u00e4chlich leiden etwa 10-15 % der M\u00fctter innerhalb eines Jahres nach der Geburt an einer eine Behandlung bed\u00fcrfenden Depression, der sogenannten Wochenbettdepression. Symptome sind allem voran der fehlende Antrieb, Schlafprobleme sowie Appetitlosigkeit. Im Extremfall f\u00fchlen sich die Betroffenen wertlos und es k\u00f6nnen suizidale Gedanken auftreten.<\/p>\n<p>In einer Studie wurde nun untersucht, wie die H\u00e4ufigkeit dieser postpartalen Depressionen im Zusammenhang mit weiteren Daten bei der Geburt stehen. Dabei tat sich ein besonders ungew\u00f6hnlicher Zusammenhang auf: Laut den Daten hatten M\u00fctter, die einen Jungen geboren haben, ein gr\u00f6\u00dferes Risiko, an einer Wochenbettdepression zu erkranken.<\/p>\n<h3>Depressionsrisiko steigt mit Geburt von Jungen<\/h3>\n<p>In der Studie wurden 306 Frauen untersucht. Alle hatten wenigstens ein Kind geboren und waren bereits aus der Menopause. Die M\u00fctter sollten im R\u00fcckblick \u00fcber ihre Erfahrungen bei der Geburt berichten. Bei 17 % der M\u00fctter, die einen Sohn geboren hatten, folgte eine im Nachhinein eine als Depression zu bewertende Phase. Zum Vergleich: Bei M\u00fcttern, die eine Tochter geboren hatten, waren es nur 11 %. Der Risikofaktor selbst ist dabei noch nicht besonders gro\u00df, denn weitaus gr\u00f6\u00dfere Auswirkungen auf die Psyche im Kontext einer Wochenbettdepression haben Geburtskomplikationen mit einer langen Erholungszeit. Tendenziell treten solche Komplikationen bei m\u00e4nnlichen Babys h\u00e4ufiger auf, was die Depressionsgefahr laut der Forschungsgruppe allerdings nur zu einem Teil erkl\u00e4ren k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Immunsystemreaktion k\u00f6nnte Hauptursache sein<\/h3>\n<p>Stattdessen wird als Hauptursache vermutet, dass die Reaktion des m\u00fctterlichen Immunsystems auf m\u00e4nnliche F\u00f6ten st\u00e4rker ausf\u00e4llt. Als Risikofaktor f\u00fcr Depressionen wurden solche Entz\u00fcndungsprozesse in der Vergangenheit identifiziert. Dass noch viele weitere Auswirkungen eine Rolle spielen, zeigen andere Studien aus China, der T\u00fcrkei oder aus Indien. Hier ist das Umgekehrte der Fall: Das Risiko einer Wochenbettdepression steigt, wenn eine Tochter geboren wurde. Laut der Forschungsgruppe steht das mit dem gesellschaftlich verbreiteten Wunsch, einen Sohn zu bekommen, im Zusammenhang. Neben Depressionen sind kurzfristig auch Stimmungsschwankungen, Angstst\u00f6rungen oder Weinen nach der Geburt weit verbreitet \u2013 normalerweise enden solche Beeintr\u00e4chtigungen allerdings innerhalb von Stunden oder Tagen.<\/p>\n<h3>Wochenbettdepressionen bei Jungs eher in der westlichen Welt<\/h3>\n<p>Die sogenannte postpartale Depression oder auch Wochenbettdepression ist eine psychische Erkrankung in der ersten Zeit nach der Entbindung. Es kommt in dieser Zeit zu einer emotionalen Instabilit\u00e4t und damit zu einem Stimmungstief bei den betroffenen Frauen. Es gilt sie aber von einem sogenannten Baby Blues zu unterscheiden. Dieser beschreibt ebenfalls eine emotionale Instabilit\u00e4t, beschr\u00e4nkt sich aber auf die ersten Tage und Wochen nach der Entbindung. Hier ist im Normalfall keine Behandlung notwendig. Erst, wenn diese Zeit der psychischen Beanspruchung l\u00e4nger anh\u00e4lt, wandelt sie sich in eine Depression. Bez\u00fcglich des Zeitraums l\u00e4sst sich beispielsweise von einem Jahr sprechen. Die dann vorliegende Wochenbettdepression kann verschiedene Ursachen haben und steht beispielsweise mit dem Geschlecht des Kindes in Zusammenhang \u2013 rein statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit einer Wochenbettdepression bei einem Jungen gr\u00f6\u00dfer als bei neugeborenen M\u00e4dchen, zumindest im westlichen Raum. Das umgekehrte gilt in L\u00e4ndern, in denen bevorzugt Jungen gew\u00fcnscht werden \u2013 beispielsweise in der T\u00fcrkei oder in Indien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4dchen oder Junge? 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